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Matterport: Was es ist, was es kostet und welche Alternativen es gibt

Matterport: Was es ist, was es kostet und welche Alternativen es gibt

Wer eine Immobilie digital vermarkten möchte, stößt früher oder später auf den Begriff Matterport. Das System gilt als Marktführer für professionelle virtuelle 3D-Rundgänge — ist aber auch mit Fragen verbunden: Was kann die Technologie wirklich? Was kostet sie? Und lohnt sich der Einsatz oder gibt es bessere Alternativen? Dieser Beitrag beantwortet alle wichtigen Fragen kompakt und ehrlich.

 

Was ist Matterport — und was ist My Matterport?

Matterport ist eine amerikanische Plattform für die Erstellung digitaler Zwillinge von Räumen und Gebäuden. Kernprodukt ist die sogenannte 3D-Tour: eine interaktive, navigationsfähige Ansicht einer Immobilie, die Interessenten am Bildschirm vollständig durchlaufen können — ohne physisch vor Ort zu sein.

„My Matterport" bezeichnet dabei schlicht das persönliche Nutzerkonto auf der Matterport-Plattform, über das Touren hochgeladen, verwaltet, geteilt und analysiert werden. Es ist kein separates Produkt, sondern die Benutzeroberfläche, über die alle Funktionen zugänglich sind.

 

Was macht Matterport — und was kann die Technologie?

Matterport erstellt aus einem einzigen Scan-Vorgang einen dimensionsgenauen digitalen Zwilling der Immobilie. Daraus werden automatisch mehrere Vermarktungsassets erzeugt: eine interaktive 3D-Tour, hochauflösende Fotos, Video-Walkthroughs, Grundrisse und KI-gestützte Objektbeschreibungen.

Die Tour lässt sich in drei Ansichtsmodi betrachten: der klassischen First-Person-Perspektive, der sogenannten Dollhouse-Ansicht — einer isometrischen 3D-Ansicht des gesamten Gebäudes von außen — sowie der 2D-Grundrissansicht. Zusätzlich können Makler sogenannte Tags setzen, also Informationspunkte direkt im Rundgang, um auf Ausstattungsdetails, Renovierungen oder besondere Merkmale hinzuweisen. Eine integrierte Messfunktion erlaubt es, Raummaße, Wandlängen und Deckenhöhen direkt im 3D-Modell abzulesen — nützlich für Renovierungsplanung und genaue Exposéangaben.

Touren lassen sich per Link teilen oder per iFrame direkt in Websites und Portale einbetten. Immobilienscout24 und Immowelt unterstützen die Einbindung von Matterport-Touren.

 

Wie lange dauert eine Matterport-Aufnahme?

Die Aufnahmedauer hängt direkt von der Größe der Immobilie ab. Als Richtwert gilt: Eine durchschnittliche Wohnung mit 80 bis 100 Quadratmetern ist in 60 bis 90 Minuten gescannt. Bei größeren Objekten ab 200 Quadratmetern sollte man zwei bis drei Stunden einplanen, da die Kamera jeden Raum aus mehreren Standpunkten erfasst und die Aufnahmen dicht genug gesetzt werden müssen, damit das 3D-Modell lückenlos prozessiert wird. Nach dem Upload verarbeitet die Matterport-Cloud die Daten automatisch — die fertige Tour ist in der Regel innerhalb weniger Stunden bis zu einem Werktag online verfügbar.

 

Was kostet Matterport — und was kostet eine Matterport-Tour?

Die Kosten für Matterport setzen sich aus zwei Bereichen zusammen: Hardwarekosten und laufende Abokosten für das Cloud-Hosting.

Wer selbst scannt, benötigt eine Kamera. Die Matterport Pro3 Kamera kostet als Listenpreis rund 3.180 Euro netto. Alternativ sind Aufnahmen auch mit kompatiblen 360°-Kameras wie der Ricoh Theta Z1 möglich — zu deutlich geringeren Anschaffungskosten, allerdings mit Abstrichen in der 3D-Qualität.

Für das Hosting der Touren in der Matterport-Cloud ist ein Abonnement erforderlich. Matterport bietet mehrere Tarife an: einen kostenlosen Einstiegsplan mit einem aktiven Space, einen Starter-Plan für Privatpersonen und kleinere Betriebe mit fünf bis zwanzig aktiven Spaces sowie professionelle und Business-Tarife für höhere Volumina. Die genauen Monats- und Jahrespreise ändern sich regelmäßig — Matterport hat zuletzt im Mai 2025 die Preisgestaltung für Neukunden aktualisiert. Aktuelle Tarife sind direkt unter matterport.com/de/plans einsehbar.

Wer keine eigene Kamera kaufen möchte, kann einen Dienstleister beauftragen. Agenturen, die Matterport-Touren anbieten, sind bundesweit tätig und berechnen den Preis in der Regel nach Quadratmetern. Marktübliche Preise für einen fertigen Matterport-Rundgang durch einen Dienstleister liegen je nach Objektgröße und Anbieter zwischen 150 und 500 Euro — zuzüglich optionalem Hosting, das teilweise im Dienstleistungspreis enthalten ist.

 

Welche Alternativen gibt es zu Matterport?

Matterport ist nicht das einzige System auf dem Markt — und für viele Anwendungsfälle gibt es günstigere oder flexiblere Alternativen.

3DVista ist eine europäische Software für virtuelle Touren mit hoher Bildqualität und starken Individualisierungsmöglichkeiten. Sie arbeitet ohne Abo-Zwang für das Hosting und eignet sich besonders für Anbieter, die Touren auf eigenen Servern betreiben möchten.

Kuula ist eine browserbasierte Plattform für 360°-Touren, die mit jeder gängigen 360°-Kamera kompatibel ist. Sie ist deutlich günstiger als Matterport, bietet aber kein echtes 3D-Scanning, sondern verlinkte Panoramabilder.

CloudPano ist eine amerikanische Software, die ebenfalls mit beliebigen 360°-Kameras funktioniert und insbesondere für Makler und Fotografen konzipiert ist. Sie bietet Grundrissintegration, Lead-Generierung und White-Label-Optionen.

Immo-Tours ist eine deutsche Software speziell für Immobilienmakler mit Portals-Integration und deutschsprachigem Support — ein Argument für Anwender, die eine DSGVO-konforme Lösung mit lokalem Anbieter bevorzugen.

Für rein panoramabasierte Touren ohne 3D-Modell genügt oft auch eine hochwertige 360°-Kamera wie die Ricoh Theta Z1 in Kombination mit einer der genannten Softwarelösungen — zu deutlich geringeren Gesamtkosten als das vollständige Matterport-System.

 

Was ist besser als Matterport — und wann lohnt sich Matterport wirklich?

Die Antwort hängt vom Einsatzzweck ab. Matterport ist speziell für die Erfassung von Immobilien entwickelt worden und liefert dort eine einzigartige Leistung — insbesondere durch den integrierten Laserscan, mit dem Grundrisse rekonstruiert und Maße ausgelesen werden können. Für hochpreisige Wohnimmobilien, Neubauprojekte und Gewerbeimmobilien ist Matterport das leistungsstärkste verfügbare System.

Weniger geeignet ist Matterport hingegen für Projekte im Tourismus, in der Gastronomie oder in der Industrie, da es keine eigenen Panoramen integrieren kann und bei Außenaufnahmen an Grenzen stößt. Auch eine vollständige Anpassung an das Corporate Design des Anbieters ist im Standard nicht vorgesehen. Zudem bindet das System die gespeicherten Touren dauerhaft an die amerikanische Matterport-Cloud — ein Aspekt, der datenschutzrechtlich relevant sein kann.

Wer primär einfache, kostengünstige virtuelle Rundgänge für Mietobjekte oder kleinere Bestandswohnungen benötigt, ist mit einer 360°-Kamera und einer günstigeren Software oft besser bedient. Wer dagegen professionelle Vermarktung, genaue Raumdaten, automatisch generierte Grundrisse und maximale Kaufkraft bei den Interessenten mobilisieren möchte, bleibt mit Matterport Pro3 auf dem sichersten Stand der Technik.

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