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Verkaufen sich Immobilien schneller mit virtueller Besichtigung? Was sagen Daten und Praxis?

Verkaufen sich Immobilien schneller mit virtueller Besichtigung? Was sagen Daten und Praxis?

Schneller verkaufen, weniger Leerstand, kürzere Vermarktungszeiten — das versprechen Anbieter virtueller Immobilienvermarktung. Aber was davon ist belegt? Dieser Beitrag prüft anhand von Studiendaten und Praxiserfahrungen, ob und unter welchen Bedingungen virtuelle Besichtigungen tatsächlich zu einem schnelleren oder leichteren Verkauf beitragen.

 

Warum dauert die Vermarktung von Immobilien ohne digitale Unterstützung oft so lange?

Der klassische Vermarktungsprozess ist ineffizient. Inserate mit Fotos und Text erzeugen Anfragen, von denen ein Großteil nicht qualifiziert ist — Interessenten, die die Beschreibung nicht vollständig gelesen haben, falsche Vorstellungen von Größe oder Lage mitbringen oder die Immobilie schlicht nicht zu ihren tatsächlichen Bedürfnissen passt. Studien aus dem britischen Markt gehen von durchschnittlich 15 Besichtigungen aus, bevor eine Immobilie verkauft wird. Jede dieser Besichtigungen kostet Zeit, Personalaufwand und Koordinationsleistung — ohne Garantie eines Abschlusses.

Virtuelle Besichtigungen greifen direkt in diesen Prozess ein: Sie filtern unqualifizierte Interessenten heraus, bevor ein einziger Vor-Ort-Termin stattfindet.

 

Wie trägt virtuelles Home Staging dazu bei, Immobilien schneller zu verkaufen?

Der Mechanismus ist klar: Wer eine virtuelle Tour absolviert hat und danach noch einen Vor-Ort-Termin anfragen, hat bereits eine bewusste Entscheidung getroffen. Die Konsumentenstudie der FHWien (n=144) belegt dies quantitativ. Auf die Aussage, nach einer virtuellen Besichtigung beurteilen zu können, ob die Wohnung grundsätzlich gefällt oder nicht, lag der Durchschnittswert bei 8,58 von 10. Auf die Aussage, bei Nichtgefallen keine reale Besichtigung anzufragen, lag er bei 8,44 von 10.

Das bedeutet in der Praxis: Interessenten, die nach einer virtuellen Tour einen Termin buchen, kommen vorbereitet, informiert und mit echtem Kaufinteresse. Die Abschlusswahrscheinlichkeit pro Vor-Ort-Termin steigt — und die Gesamtzahl der nötigen Termine sinkt.

 

Ab wann rechnet sich eine virtuelle Besichtigung wirtschaftlich in der Immobilienvermarktung?

Die Rechnung ist einfach. Eine professionell produzierte virtuelle Besichtigung kostet je nach Anbieter zwischen 200 und 650 Euro. Eine Vor-Ort-Besichtigung durch einen Maklerassistenten kostet das Unternehmen inklusive Vorbereitung, Anfahrt und Durchführung mindestens 51,60 Euro in reinen Personalkosten — ohne Fahrzeugkosten oder weitere Nebenkosten. Bereits ab vier eingesparten Vor-Ort-Terminen ist der Break-Even erreicht.

Geht man von 15 Besichtigungen bis zum Abschluss aus und nimmt an, dass durch die virtuelle Vorabbesichtigung ein relevanter Teil dieser Termine eingespart wird, liegt der wirtschaftliche Vorteil auf der Hand. Die virtuelle Besichtigung amortisiert sich nicht irgendwann — sie amortisiert sich in der Regel innerhalb des ersten vermarkteten Objekts.

 

Verkürzt virtuelle Immobilienvermarktung die Vermarktungsdauer messbar?

Eine direkte kausale Messung — virtuelle Tour führt zu X Prozent kürzerer Vermarktungszeit — lässt die vorliegende Datenlage nicht eindeutig zu. Die Studie liefert keine kontrollierten Vergleichsgruppen zwischen Objekten mit und ohne virtuelle Tour über einen langen Zeitraum. Was die Daten jedoch klar belegen: Interessenten können auf Basis einer virtuellen Besichtigung schneller und sicherer entscheiden, ob ein Objekt für sie in Frage kommt. Die Voraussetzungen für eine kürzere Vermarktungsdauer sind damit strukturell gegeben.

Hinzu kommen indirekte Effekte: Professionell gestaltete Inserate mit virtueller Tour erzielen mehr Klicks auf Portalen, generieren mehr Anfragen und sprechen ein breiteres geografisches Publikum an — einschließlich internationaler Interessenten, die ohne digitale Vorabbesichtigung nie eine Anfrage gestellt hätten.

 

Welchen Einfluss hat virtuelles Home Staging auf den erzielbaren Verkaufspreis einer Immobilie?

Direkte Preiseffekte sind schwer isoliert zu messen, da zu viele Faktoren den Verkaufspreis einer Immobilie beeinflussen. Was sich aus der Verhaltensforschung und der Marktpraxis ableiten lässt: Eine professionell präsentierte Immobilie erzeugt stärkere emotionale Reaktionen, höheres wahrgenommenes Vertrauen und eine positivere Grundhaltung beim Interessenten. Diese psychologischen Faktoren begünstigen Kaufbereitschaft und reduzieren die Neigung zu Preisverhandlungen nach unten.

Im Neubausegment kommt ein konkreter zusätzlicher Effekt hinzu: Durch die Darstellung von Ausstattungsvarianten in virtuellen Visualisierungen lassen sich höherwertige Pakete leichter verkaufen. Das Upselling-Potenzial ist direkt an die Qualität der visuellen Präsentation geknüpft.

 

Was müssen Immobilienanbieter beachten, damit virtuelle Besichtigungen den Verkaufsprozess wirklich beschleunigen?

Virtuelle Touren beschleunigen den Verkauf nur dann, wenn sie strategisch eingesetzt werden. Eine Tour, die erst nach mehrfacher Anfrage versendet wird, kommt zu spät. Eine Tour, die technisch schlecht produziert ist, schadet mehr als sie nützt. Eine Tour, die nicht mit einem funktionierenden Nachfassprozess kombiniert wird, verpufft ohne Wirkung.

Die Empfehlung aus der Praxis: Die virtuelle Besichtigung gehört in die erste Antwort auf jede Interessentenanfrage — automatisiert, professionell produziert und auf allen Endgeräten einwandfrei nutzbar. Wer diesen Standard setzt, verschafft sich einen messbaren Vorteil im Vermarktungsprozess.

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