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Was sagen Konsumenten wirklich über virtuelle Besichtigungen? Ergebnisse einer Befragung mit 144 Teilnehmern

Was sagen Konsumenten wirklich über virtuelle Besichtigungen? Ergebnisse einer Befragung mit 144 Teilnehmern

Theoretische Vorteile sind das eine — doch wie nehmen Immobiliensuchende virtuelle Besichtigungen tatsächlich wahr? Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse einer quantitativen Konsumentenbefragung zusammen, die im Rahmen einer Masterarbeit an der FHWien durchgeführt wurde, und zeigt, was die Daten über Nutzung, Vertrauen und Marktpotenzial aussagen.

 

Wie wurde die Befragung methodisch durchgeführt?

Die Erhebung folgte einem hypothetiko-deduktiven Ansatz: Hypothesen aus dem theoretischen Teil der Arbeit wurden in standardisierte Fragen übersetzt und durch Befragung einer Stichprobe geprüft. Alle 144 Teilnehmer führten vor der eigentlichen Befragung eine reale virtuelle Besichtigung einer unmöblierten Altbauwohnung in Wien (ca. 70 m², 3 Zimmer, 2 Bäder) durch. Die Fragen wurden anschließend teils mit Ja/Nein, teils auf einer Skala von 1 bis 10 beantwortet.

Die Stichprobe umfasste drei Altersgruppen: 20- bis 35-Jährige (69 Personen), 36- bis 50-Jährige (40 Personen) und über 51-Jährige (35 Personen). Die Geschlechterverteilung war in allen Gruppen annähernd ausgeglichen. Rund 60 Prozent der Teilnehmer führten die Besichtigung auf einem Smartphone durch — ein Befund, der den Trend zur mobilen Immobiliensuche bestätigt.

 

Wie benutzerfreundlich ist die virtuelle Besichtigung aus Konsumentensicht?

Über 95 Prozent aller Befragten bewerteten die Bedienbarkeit der virtuellen Besichtigung mit einem Wert oberhalb des Skalenmittels — altersunabhängig. Das Produkt wird demnach geräte- und generationsübergreifend als intuitiv und einfach handhabbar empfunden. Auch über 85 Prozent aller Befragten gaben an, bereits Erfahrung mit der Online-Immobiliensuche zu haben. Bei den unter 50-Jährigen lag dieser Wert sogar über 90 Prozent. Der relevante Markt ist damit vorhanden.

 

Wie aufmerksam wird eine virtuelle Besichtigung tatsächlich verfolgt?

Hier zeigt die Befragung eine relevante Diskrepanz. Zwar gaben durchschnittlich 7,78 von 10 Punkten an, die Wohnung vollständig besichtigt zu haben — doch nur 65 Prozent der Befragten beantworteten die Kontrollfrage richtig, ob sich in der Wohnung eine Badewanne befindet. Bei mobilen Nutzern sank die Trefferquote auf 60 Prozent. Das bedeutet: Rund 35 bis 40 Prozent der Teilnehmer übersahen ein auffälliges Ausstattungsmerkmal, obwohl sie angaben, die Besichtigung abgeschlossen zu haben.

Das Ergebnis bestätigt die im theoretischen Teil formulierte Gefahr: Ortliche und zeitliche Flexibilität begünstigen Ablenkung. Eine anleitende Begleitung durch das Maklerunternehmen — etwa durch ein anschließendes Telefongespräch, das die Besichtigung gemeinsam rekapituliert — kann die Aufmerksamkeit und den Nutzen für beide Seiten steigern.

 

Liefert die virtuelle Besichtigung genug Information für eine Kaufentscheidung?

Die Ergebnisse sind eindeutig positiv. Auf die Frage, ob nach der virtuellen Besichtigung beurteilt werden kann, ob die Immobilie grundsätzlich gefällt, erreichte die Befragung einen Durchschnittswert von 8,58 von 10. Der wahrgenommene Informationsgehalt gegenüber einem klassischen Text-und-Foto-Inserat wurde mit 8,66 bewertet. Die Bereitschaft, nach einer negativen virtuellen Besichtigung keine reale Besichtigung mehr anzufragen, lag bei 8,44 — die Teilnehmer vertrauen ihrer eigenen Einschätzung also erheblich. Den Nutzen in Bezug auf Zeit- und Wegersparnis bewerteten die Befragten mit einem Durchschnitt von 8,76.

Das Ergebnis belegt den zentralen praktischen Nutzen des Produkts: Virtuelle Besichtigungen ermöglichen es Interessenten, ungeeignete Objekte auszuschließen, bevor Personalaufwand auf beiden Seiten entsteht.

 

Wie wird die soziale Absicherung der Kaufentscheidung durch virtuelle Besichtigungen unterstützt?

Immobilienkäufe sind High-Involvement-Entscheidungen, bei denen das soziale Umfeld eine erhebliche Rolle spielt. Die Befragung bestätigt diesen Zusammenhang numerisch. Den Wunsch, eine positiv bewertete Wohnung zu einem späteren Zeitpunkt nochmals virtuell zu besichtigen, bewerteten die Teilnehmer mit einem Durchschnitt von 8,90. Die Bereitschaft, den Link mit Freunden oder Familienmitgliedern zu teilen, lag bei 8,60. Virtuelle Besichtigungen erfüllen damit genau die Funktion, die ihnen theoretisch zugeschrieben wird: Sie machen die soziale Einbindung bei einer Entscheidung orts- und zeitunabhängig möglich — ohne gemeinsamen Besichtigungstermin.

 

Vermissen Interessenten den Makler bei der virtuellen Besichtigung?

Weniger als erwartet. Die Frage, ob die Anwesenheit des Maklers bei der Webbesichtigung vermisst wird, erzielte nur einen Durchschnittswert von 4,84 — und damit eine leichte Mehrheit auf der Seite derer, die die fehlende Begleitung nicht als Hindernis empfinden. Gleichzeitig beurteilte eine Mehrheit den Einsatz virtueller Besichtigungen als positives Dienstleistungssignal: Der Durchschnittswert für die Wahrnehmung als Service lag bei 7,35, die Einschätzung des Maklers als kompetenter bei 6,52. Die Gefahr, dass virtuelle Besichtigungen den persönlichen Kontakt zwischen Interessent und Makler gefährden, bewerteten die Befragten mit einem Durchschnitt von lediglich 4,14 — die große Mehrheit sieht darin also kein reales Risiko.

 

Wie bekannt sind virtuelle Besichtigungen am Markt, und werden sie als zeitgemäß empfunden?

Rund die Hälfte der Befragten hatte vor der Studie bereits eine virtuelle Immobilienbesichtigung durchgeführt. Das Produkt ist damit in der Breite angekommen. Die Einschätzung, ob virtuelle Besichtigungen eine zeitgemäße Vermarktungsmaßnahme darstellen, ergab den höchsten Durchschnittswert der gesamten Befragung: 8,98. Die Präferenz für Inserate mit virtueller Besichtigungsmöglichkeit gegenüber klassischen Inseraten lag bei 7,20.

 

Wo liegen die Grenzen des Produkts aus Konsumentensicht?

Trotz der durchweg positiven Bewertungen zeigen zwei Fragen klare Grenzen auf. Nur rund 25 Prozent der Befragten wären bereit, einen geringen Betrag für eine virtuelle Besichtigung zu bezahlen — der Durchschnittswert lag bei 3,45. Das Produkt wird als kostenfreie Leistung des Anbieters erwartet und nicht als eigenständig zahlungspflichtige Dienstleistung akzeptiert. Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Frage aus, ob eine Wohnung allein auf Basis einer virtuellen Besichtigung angemietet werden könnte: Der Durchschnittswert lag bei 2,03 — eine klare Ablehnung. Virtuelle Besichtigungen ersetzen die Vor-Ort-Besichtigung nicht, sondern bereiten sie vor.

 

Was ist das Gesamtergebnis der Konsumentenbefragung?

Virtuelle Besichtigungen werden von Immobiliensuchenden aller Altersgruppen als zeitgemäß, benutzerfreundlich und informativ bewertet. Sie helfen bei der Entscheidungsvorbereitung, werden geteilt und wiederholt genutzt, und werten das Maklerunternehmen in der Wahrnehmung der Kunden auf. Gleichzeitig sind sie kein Substitut für persönlichen Kontakt und reale Besichtigungen — die Befragten wünschen beides: digitale Vorinformation und menschliche Begleitung im weiteren Prozess. Die stärkste Einschränkung liegt in der Aufmerksamkeit: Wer mobil und nebenbei besichtigt, nimmt weniger wahr als angenommen.

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